Ich hatte mal eine Freundin, die ich bis heute von ganzem Herzen liebe. Wir waren ein JahRE zusammen. Sie hat mir als Medizinstudentin damals ein Borderline diagnostiziert. Ich hatte Kurzschlüsse, immer wenn ich mich von ihr zurück gestossen fühlte, das tat mir weh.
Mittlerweile weiss ich, das es sich dabei um eine Introjektion bezüglich Isolationsangst handelt, welche wohl in meinen ersten Lebensjahren gewachsen ist und korreliert mit der Aussage meiner Mutter «Ich hätte als Kind zu wenig Liebe bekommen»
Ich wurde zum Psychiater geschleppt und der hat innerhalb einer Sitzung entschieden, dass ich Schizophrenie hätte. Er hat gegrinst als er die Diagnose gestellt hat, hämisch. Und für meine Eltern war das mal vorerst der Freispruch von allen Misshandlungen die ich in meiner Kindheit ertragen musste. Ich bin sicher es hat sie entlastet, aber auf meine Kosten. Insofern in einem System es höchst unwahrscheinlich ist, dass ein Problem des Systems (Familie) auf ein einzelnes Objekt herunter reduziert werden kann. (System Dynamics)
Die Diagnose Schizophrenie hat dann aber zu meinem Gesellschaftlichen Knockout geführt, etwa das schlimmste was einem Menschen mit der Introjektion «Isolationsangst» passieren kann. Die Familie lebte weiter, genoss ihr Leben und ich war weitere 10 Jahre der Aussenseiter in der Familie, der Umstand, der zu meinem Fehlverhalten geführt hat.
Das Tragische ist, dass mein Vater bewusst oder unbewusst gezielt an diese Isolationsangst appelliert mit der Drohung meine Geschwister Freitags nicht mehr sehen zu dürfen. Und ich solle doch zum Psychiater rennen, den er übrigens auch kennt, oder irgend einen X-beliebigen Psychiater aus Aarau aufsuchen, vernetzte alte Generation: der patria potestas.
Ich bin meiner Familie nicht böse, insbesondere meinen beiden kleinen Geschwistern nicht, die ja das taten was man ihnen vorgelebt hat. Viel mehr ist wohl das Problem was der Jüdische Psychologe Willhelm Reich vor fast 100 Jahren schon erkannt hat, die Mächtigen der Welt, die Familienoberhäupter und das Bildungssystem machen aus dem Rest der Bevölkerung «nutzbare Menschen», mit wenig Reflektionsbegabung und einem jeweiligen Aussenseiter, auf den man seine Fehler, seinen Unmut, seine negativen Gefühle projizieren kann. So wie das in der Unteroffiziersschule in der Schweiz geleert wird: Eine Gruppe bestehet aus einem Alpha-Tier, Gruppentieren und einem Aussenseiter (Omega).
Meine Familie würde vermutlich mit Abwehr reagieren, wenn sie das lesen würde, denn die Treibende Kraft in unserer Gesellschaft ist das blinde Ego, welches verhindert eine Mitschuldigen Rolle zu übernehmen zu gunsten des eigenen Ansehens um so zu verhindern, sich selber in der Aussenseiter Rolle zu befinden, da man latent ein schlechtes gewissen hat. Das funktioniert am besten, wenn man in der Realität der Gruppe mich als einen Täter darstellt, nicht ganz ohne Hintergedanken, denn so wird die Sklavenrolle eines einzelnen Opfers multipliziert zur Täterrolle einer Gruppe, die einen unschuldigen gerichtet hat, und man solle nicht richten, also wird ihnen Gott auch nicht mehr helfen, bzw. sie auch 10 Jahre in der Hölle schmoren lassen, aber allenfalls berechtigt.